Physiotherapie
|
![]() |
Aufgaben der Physiotherapie
Physiotherapie ("Krankengymnastik") ist der grundlegende Baustein der Behandlung von Kindern mit Bewegungsstörungen. Alle betroffenen Kinder erhalten mindestens zeitweilig oder über lange Zeiträume Physiotherapie. Damit möchte man die motorische Entwicklung fördern. Motorische Lernvorgänge, die vor allem in der frühen Kindheit ablaufen, sollen unterstützt und optimal organisiert werden. Einen wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit von Physiotherapie bei Bewegungsstörungen gibt es bisher nicht, was aber hauptsächlich an der Schwierigkeit liegt, bei diesen Kindern Therapiestudien durchzuführen. Dennoch hat sich die Physiotherapie in der Erfahrung gut bewährt.
Historisch bedingt haben sich verschiedene physiotherapeutische Therapieschulen entwickelt, z.B. die Therapien nach Bobath oder Vojta oder die manuelle Therapie. Diese Schulen haben eine Bedeutung für die Ausbildung der Physiotherapeuten. Beim einzelnen Kind ist es meist nicht entscheidend, welche Therapieform zum Einsatz kommt. Wichtiger ist, daß Eltern, Therapeuten und verordnende Ärzte sich auf ein Therapieziel verständigen. Dies sollte sich nach den Möglichkeiten des Kindes, den zu erwartenden Entwicklungsschritten und nach den Bedürfnissen des Kindes und der Eltern richten. Die Therapie sollte sich am Alltag der Kinder und Familien orientieren und vom Kind als sinnvoll erlebt werden. Ganz wichtig ist es, das Kind zu eigenen Aktivitäten anzuregen. In bestimmten Phasen (z.B. nach einer orthopädischen Operation) kann es sinnvoll sein, die Physiotherapie intensiver durchzuführen.
Neben der Unterstützung des Bewegungslernens verfolgt die Physiotherapie weitere Ziele: Einige Kinder können wegen ihrer Bewegungseinschränkungen nur wenig eigene Erfahrungen sammeln. Die Wahrnehmung der Umgebung wird dadurch eingeschränkt. Dies kann in einer Kreisreaktion wieder zu ungünstigen Bewegungen führen. Hier kann der Physiotherapeut helfen, dem Kind sinnvolle Erfahrungen zu vermitteln und seine Wahrnehmungsmöglichkeiten zu verbessern. Bei einigen Kindern ist es sinnvoll, bestimmte Muskeln zu kräftigen. Außerdem kann der Physiotherapeut durch Dehnen bestimmter Muskeln oder durch geeignetes Lagern schwer betroffener Kinder der Verkürzung von Muskeln und anderen Schäden am Bewegungsapparat vorbeugen. Physiotherapeuten arbeiten auch bei der Auswahl und Anpassung von Hilfsmitteln mit. Häufig wird die Physiotherapie ergänzt durch weitere Behandlungsformen, z.B. Orthesenbehandlung, Botulinumtoxin-Behandlung, intensives Gangtraining z.B. auf dem Laufband und andere.
Weitere Angebote
Bei der Petö-Therapie handelt es sich Angebote innerhalb einer Kindergruppe. In dieser Gruppe führen die Kinder zusammen unter Anleitung bestimmte Aktivitäten aus und sollen dadurch Lernerfahrungen machen.
Weitere therapeutische Angebote für bestimmte Kinder sind Logopädie zur Unterstützung der Sprachentwicklung, des Schluckens und der Mundmotorik, sowie Ergotherapie zur Förderung der Handmotorik, Förderung alltagsbezogener Leistungen und zur Anpassung von Hilfsmitteln.
Zurück zur Hauptseite Zerebrale Bewegungsstörungen
Sozialpädiatrisches Zentrum Frühdiagnosezentrum Würzburg [Home]